Vermögen nach Alter: Was ist normal?

Ein Haushalt in Deutschland hatte 2023 im Median 103.200 € Nettovermögen, im Durchschnitt 324.800 €. Mit dem Alter wächst das Vermögen bis Mitte 60 und sinkt danach wieder. Hier die Zahlen der Bundesbank je Altersgruppe, warum der Durchschnitt so weit über dem Median liegt und wie du dein eigenes Vermögen fair einordnest.

Aktualisiert am · 9 Min. Lesezeit

Die Zahlen nach Alter

Die Deutsche Bundesbank befragt alle paar Jahre rund 4.000 Haushalte zu ihrem Vermögen, in der Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“. Die jüngste Befragung lief von Mai 2023 bis Februar 2024 und wurde im April 2025 veröffentlicht. Das Alter bezieht sich auf die Person im Haushalt mit dem höchsten Einkommen.

AlterMedianDurchschnittHaushalte mit Schulden
16–2413.000 €35.400 €24 %
25–3419.100 €127.700 €49 %
35–4475.100 €238.200 €57 %
45–54156.200 €409.600 €56 %
55–64255.900 €440.100 €44 %
65–74211.900 €411.500 €19 %
ab 75149.400 €348.900 €11 %
Alle Haushalte103.200 €324.800 €39 %

Gemeint ist das Nettovermögen: Immobilien, Betriebsvermögen, Fahrzeuge und Wertgegenstände, Bankguthaben, Wertpapiere und private Altersvorsorge, abzüglich aller Schulden. Ansprüche an die gesetzliche Rente zählen nicht dazu.

Median oder Durchschnitt?

Der Median teilt die Haushalte in zwei Hälften: Die eine hat weniger, die andere mehr. Der Durchschnitt verteilt das gesamte Vermögen gleichmäßig auf alle. Weil wenige Haushalte sehr viel besitzen, liegt der Durchschnitt mit 324.800 € gut dreimal so hoch wie der Median. Bei den 25- bis 34-Jährigen ist es sogar das 6,7-Fache: 127.700 € gegenüber 19.100 €.

Für die Frage „Wie stehe ich da?“ ist der Median deshalb die bessere Vergleichsgröße. Der Abstand zum Durchschnitt sagt eher etwas darüber, wie ungleich das Vermögen verteilt ist.

Warum Vermögen mit dem Alter steigt und fällt

Bis Mitte 60 wird gespart, getilgt und angelegt: Immobilien werden schuldenfrei, Depots wachsen. Danach wird das Vermögen zum Teil verbraucht, um die Rente aufzustocken, oder schon verschenkt und vererbt. Dazu kommt ein Generationeneffekt, weil ältere Jahrgänge unter anderen Bedingungen gespart und gekauft haben.

Auffällig ist der Sprung zwischen 25 bis 34 (Median 19.100 €) und 45 bis 54 Jahren (156.200 €): In diesen Jahren kaufen viele ihre erste Immobilie. Entsprechend haben zwischen 35 und 54 mit 56 bis 57 % die meisten Haushalte Schulden.

Eigentum oder Miete

Der größte Unterschied liegt nicht im Alter, sondern im Wohnen. Eigentümer ohne Kredit hatten 2023 im Median 450.200 €, Eigentümer mit Kredit 379.900 €, Mieter 18.300 €. Ein Teil davon ist schlicht der Wert der Immobilie. Ein anderer Teil, so eine verbreitete Erklärung, liegt daran, dass Eigentum zum Sparen zwingt: Die Tilgung geht jeden Monat ab, ob man will oder nicht.

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Ost und West

In Ostdeutschland lag das mittlere Nettovermögen 2023 bei 35.900 €, im Westen bei 143.200 €. Gründe sind unter anderem die niedrigere Eigentumsquote und die kürzere Zeit, in der Vermögen aufgebaut und vererbt werden konnte.

Dein Vergleich

Gib das Alter der Person mit dem höchsten Einkommen in deinem Haushalt ein und euer gemeinsames Nettovermögen.

Jahre
€

Altersgruppe 35–44

2,0-Faches des Medians von 75.100 €

unter dem Durchschnitt von 238.200 € · 57 % der Haushalte dieser Altersgruppe haben Schulden.

Ab 779.500 € gehörte ein Haushalt zu den vermögendsten zehn Prozent aller Haushalte in Deutschland.

Nettovermögen nach Alter der Person mit dem höchsten Einkommen, 2023

16–2425–3435–4445–5455–6465–7475+
MedianDurchschnittDu

Bundesbank, Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ 2023 (veröffentlicht April 2025): rund 4.000 Haushalte, nominale Euro, ohne Ansprüche an die gesetzliche Rente. Haushalte, keine Einzelpersonen.

Fair vergleichen

  • Haushalt, nicht Person: Paare zählen gemeinsam.
  • Gleiche Bestandteile: Immobilien zum Verkehrswert, Lebens- und Rentenversicherungen mit ihrem aktuellen Wert, alle Schulden abgezogen. Wie das geht, zeigt Nettovermögen berechnen.
  • Ohne gesetzliche Rente: Wer als Beamter oder Angestellter hohe Rentenansprüche hat, wirkt im Vergleich ärmer, als er ist; Selbstständige ohne Rentenversicherung sorgen dagegen meist mit eigenem Vermögen vor.
  • Stand 2023, nominal: Seitdem haben sich Preise, Börsen und Immobilienwerte verändert.

Für die eigene Planung zählt am Ende weniger, wo du im Vergleich stehst, als ob dein Vermögen für deine Ziele reicht, zum Beispiel für den Ruhestand.

Wie sich das Vermögen entwickelt hat

Gegenüber der Befragung von 2021 stieg der Durchschnitt leicht von 316.500 auf 324.800 €, der Median sank von 106.600 auf 103.200 €. Nach Abzug der Inflation haben beide an Kaufkraft verloren.

Quellen

  1. 01Deutsche Bundesbank: Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland, Ergebnisse der Vermögensbefragung 2023 (Monatsbericht April 2025)

Regeln und Zahlen mit Stand

Häufige Fragen

Wie viel Vermögen hat der durchschnittliche Haushalt in Deutschland?

Laut Bundesbank lag das Nettovermögen je Haushalt 2023 im Durchschnitt bei 324.800 €, im Median bei 103.200 €. Der Median ist aussagekräftiger: Die Hälfte der Haushalte hatte weniger, die Hälfte mehr.

Wie viel Vermögen ist mit 40 normal?

Bei Haushalten, deren Hauptverdiener 35 bis 44 Jahre alt ist, lag das Nettovermögen 2023 im Median bei 75.100 €, im Durchschnitt bei 238.200 €.

Wie viel Vermögen ist mit 50 normal?

Bei 45- bis 54-Jährigen lag der Median 2023 bei 156.200 €, der Durchschnitt bei 409.600 €.

Ab wann gehört man zu den vermögendsten zehn Prozent?

Laut Bundesbank ab einem Nettovermögen von 779.500 € je Haushalt (2023), ohne Ansprüche an die gesetzliche Rente.

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