Über Wertavo
Was ist Wertavo?
Wertavo ist ein Vermögens-Dashboard für Privatanleger, deren Vermögen über ein Depot hinausgeht. Vermietete Immobilien mit ihren Krediten stehen gleichberechtigt neben Wertpapieren, Cash, Krypto, Altersvorsorge und Sachwerten, zusammengefasst zu einem Nettovermögen.
Jede Kennzahl zeigt, wie sie berechnet wird, mit deinen eigenen Werten: Cashflow nach Kapitaldienst, Eigenkapitalrendite, Restschuld, Zinsbindungen und eine Ruhestandsplanung mit Wahrscheinlichkeiten.
Für wen ist Wertavo gedacht?
Für Menschen, deren Vermögen an mehreren Orten liegt, vor allem mit einer oder mehreren vermieteten Immobilien und Krediten. Seine Stärken spielt Wertavo aus, wo Immobilien, Darlehen, Wertpapiere und Altersvorsorge zusammenkommen.
Wer nur ein ETF-Depot hat, ist mit einem reinen Portfolio-Tracker gut bedient.
Gibt Wertavo Anlageempfehlungen?
Nein. Wertavo erklärt und rechnet, es empfiehlt nicht. Du siehst, was eine Entscheidung rechnerisch bedeutet, zum Beispiel ein früherer Ruhestand oder eine Anschlussfinanzierung zu einem anderen Zins; die Entscheidung triffst du.
Wertavo ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Was kostet Wertavo?
Während der Private Beta ist Wertavo kostenlos. Gemeinsam mit den Pilotnutzern werten wir derzeit Nutzung und laufende Kosten aus und geben die Preise für die Zeit nach der Beta rechtzeitig vorher bekannt.
Wie komme ich in die Beta?
Wertavo ist derzeit nur auf Einladung zugänglich. Trag dich auf der Startseite in die Warteliste ein, wir melden uns, sobald Platz ist. Mit einem Zugangscode kannst du die Demo direkt öffnen.
Gibt es eine App für iPhone und Android?
Wertavo läuft als Web-App im Browser, am Desktop mit vollem Umfang. Für das iPhone gibt es eine App über TestFlight zum Ansehen und für einfache Einträge. Eine Android-App ist derzeit nicht geplant.
Daten und Sicherheit
Braucht Wertavo meine Bankzugangsdaten?
Nein. Wertavo hat bewusst keine Bankanbindung und fragt nie nach Zugangsdaten. Depots importierst du per CSV, alles andere trägst du selbst ein. Eine Bankanbindung kann zu einem späteren Zeitpunkt dazukommen.
Wo werden meine Daten gespeichert?
In einer Datenbank in Frankfurt am Main (Supabase). Daten werden verschlüsselt übertragen und gespeichert, und Zugriffsregeln in der Datenbank sorgen dafür, dass jede Person nur ihre eigenen Daten sieht.
Keine Werbung, kein Verkauf von Daten.
Kann ich meine Daten exportieren oder löschen?
Ja. In den Einstellungen exportierst du alle Objekte, Darlehen, Bewertungen und Depotpositionen vollständig als CSV. Konto und Daten werden auf Wunsch vollständig gelöscht, eine Mail an hello@wertavo.com genügt.
Wie nutzt Wertavo KI?
Die KI-Ebene ist im internen Test und nicht Teil der Private Beta. Geplant ist: Ein Sprachmodell von Anthropic (Claude) liest Kreditverträge aus und schlägt Werte vor, und du bestätigst jeden Wert, bevor er gespeichert wird.
Die KI rechnet nie selbst; jede Zahl stammt aus Wertavos eigener, getesteter Rechen-Engine. Laut den Geschäftsbedingungen von Anthropic werden die Daten nicht zum Training verwendet.
Vermögen
Wie berechne ich mein Nettovermögen mit Immobilien und Krediten?
Nettovermögen ist alles, was dir gehört, minus alle Schulden. Bei einer finanzierten Immobilie zählt der aktuelle Wert als Vermögen und die Restschuld als Schuld; im Nettovermögen steckt nur die Differenz, dein Eigenkapital.
Beispiel: Eine Wohnung mit 300.000 € Wert und 180.000 € Restschuld trägt 120.000 € zu deinem Nettovermögen bei.
Welchen Wert setze ich für eine Immobilie an: Kaufpreis oder Verkehrswert?
Für ein realistisches Nettovermögen den Verkehrswert: den Preis, der sich heute am Markt erzielen ließe, vorsichtig geschätzt und ohne Kaufnebenkosten. Der Kaufpreis bleibt für Renditen und Steuer wichtig.
Den Wert einmal im Jahr zu aktualisieren reicht meist. In Wertavo werden Bewertungen angehängt, nie überschrieben, damit der Verlauf erhalten bleibt.
Zählen Rürup, bAV und Riester zum Vermögen?
Ja, aber als gebundenes Vermögen: Es gehört dir, du kommst vor Rentenbeginn in der Regel aber nicht heran, und es wird meist als Rente statt als Kapital ausgezahlt.
Sinnvoll ist, es im Nettovermögen zu zeigen, aber vom liquiden Vermögen zu trennen. Als Wert eignet sich das aktuelle Vertragsguthaben aus der jährlichen Standmitteilung.
Brutto- oder Nettovermögen: Was ist der Unterschied?
Bruttovermögen ist die Summe aller Werte, Nettovermögen das, was nach Abzug aller Schulden übrig bleibt. Mit finanzierten Immobilien liegt das Brutto oft weit über dem Netto.
Beide Zahlen sind aussagekräftig: Das Brutto zeigt Risiko und Hebel, das Netto, was dir wirklich gehört.
Zählt das Eigenheim zum Vermögen?
Ja, es gehört zum Nettovermögen, mit Verkehrswert abzüglich Restschuld. Für die Ruhestandsplanung zählt es aber anders: Es bringt keine Miete, es spart sie.
Deshalb ist es sinnvoll, das Eigenheim im Nettovermögen zu zeigen, bei der Frage, wovon du im Ruhestand lebst, aber vom liquiden Vermögen zu trennen.
Wie viel Vermögen ist in Deutschland normal?
Laut Bundesbank lag das Nettovermögen je Haushalt 2023 im Median bei 103.200 €, im Durchschnitt bei 324.800 €. Es hängt stark vom Alter ab: Bei Haushalten, deren Hauptverdiener 35 bis 44 Jahre alt ist, lag der Median bei 75.100 €, bei 55 bis 64 Jahren bei 255.900 €.
Der Median sagt mehr als der Durchschnitt, den wenige sehr vermögende Haushalte nach oben ziehen.
Immobilien
Was ist der Cashflow nach Kapitaldienst?
Die Miete, die nach allen laufenden Kosten, Zinsen und Tilgung übrig bleibt. Formel: Kaltmiete − nicht umlagefähige Kosten − Zinsen − Tilgung.
Ist er positiv, trägt sich die Immobilie selbst; ist er negativ, zahlst du jeden Monat zu.
Zählt die Tilgung beim Cashflow als Kosten?
Für die Liquidität ja: Die Tilgung verlässt jeden Monat dein Konto, deshalb wird sie im Cashflow nach Kapitaldienst abgezogen. Wirtschaftlich ist sie aber kein Verlust, sondern Vermögensaufbau; die Restschuld sinkt, dein Eigenkapital wächst.
Deshalb zeigt Wertavo beides: den Cashflow und die Tilgung als eigenen Teil der Rendite.
Wie berechne ich die Eigenkapitalrendite einer Immobilie?
Eigenkapitalrendite = jährlicher Ertrag ÷ eingesetztes Eigenkapital. Entscheidend ist, was als Ertrag zählt: nur der Cashflow, Cashflow plus Tilgung oder zusätzlich die Wertänderung. Je nach Definition liegen die Ergebnisse weit auseinander, deshalb sollte jede Angabe dazusagen, was sie enthält.
Beispiel aus dem Demo-Portfolio: (1.572 € Cashflow + 4.980 € Tilgung) ÷ 68.000 € Eigenkapital = 9,6 %.
Wie behalte ich die Zinsbindungen mehrerer Darlehen im Blick?
Mit einer Zeitachse, auf der jedes Darlehen mit dem Ende seiner Zinsbindung und der dann erwarteten Restschuld steht. So siehst du, wann eine Anschlussfinanzierung ansteht und wie viel dann noch offen ist.
Banken bieten Anschlussfinanzierungen und Forward-Darlehen meist bis zu fünf Jahre im Voraus an.
Wie hoch ist meine Restschuld am Ende der Zinsbindung?
Bei einem Annuitätendarlehen lässt sie sich exakt berechnen: Restschuld nach n Monaten = K·(1+i)ⁿ − R·((1+i)ⁿ − 1) ÷ i, mit Darlehensbetrag K, Monatszins i (Jahreszins ÷ 12) und Monatsrate R. Sondertilgungen senken sie zusätzlich.
Beispiel: 250.000 € zu 3,5 % mit 2 % anfänglicher Tilgung ergeben eine Rate von 1.145,83 € im Monat und nach zehn Jahren rund 190.200 € Restschuld.
Was passiert mit meinem Cashflow, wenn die Zinsbindung endet?
Er ändert sich mit dem neuen Zins auf die Restschuld. Faustregel: Jeder Prozentpunkt mehr auf 180.000 € kostet rund 1.800 € im Jahr, also 150 € im Monat.
Bleibt die Rate gleich, steigt der Zinsanteil und die Tilgung sinkt; bleibt die Tilgung gleich, steigt die Rate.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettomietrendite?
Die Bruttomietrendite ist die Jahreskaltmiete geteilt durch den Kaufpreis. Die Nettomietrendite zieht die nicht umlagefähigen Kosten von der Miete ab und rechnet die Kaufnebenkosten zum Preis; sie fällt deshalb niedriger und realistischer aus.
Beispiel aus dem Demo-Portfolio: 4,3 % brutto, 3,4 % netto.
Was kostet ein Immobilienkauf zusätzlich zum Kaufpreis?
Grunderwerbsteuer von 3,5 bis 6,5 % je nach Bundesland, Notar und Grundbuch mit etwa 1,5 bis 2 % und gegebenenfalls Makler, für Käufer meist 3,57 %. Zusammen etwa 5 bis 12 % des Kaufpreises.
Banken finanzieren diese Nebenkosten selten mit; sie kommen meist aus dem Eigenkapital.
Sondertilgung oder ETF: Was bringt mehr?
Eine Sondertilgung bringt genau den Kreditzins, sicher und steuerfrei. Ein ETF muss nach Steuern mehr bringen: bei 3,5 % Kreditzins rund 4,2 % im Jahr vor Steuern, und selbst dann liegt er nur in einem Teil der Marktverläufe vorn.
Bei vermieteten Immobilien sind die Zinsen absetzbar; die Sondertilgung bringt dann nur den Zins nach Steuern.
Was ist die Spekulationsfrist bei Immobilien?
Die zehn Jahre zwischen Kauf und Verkauf einer Immobilie. Liegen mehr als zehn Jahre zwischen den notariellen Verträgen, ist der Gewinn steuerfrei; davor wird er mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, es sei denn, du hast im Verkaufsjahr und den beiden Jahren davor selbst darin gewohnt.
Die geltend gemachte AfA erhöht bei einem frühen Verkauf den steuerpflichtigen Gewinn.
Was ist die AfA bei einer vermieteten Immobilie?
Die steuerliche Abschreibung des Gebäudes über seine Nutzungsdauer: meist 2 % im Jahr auf den Gebäudeanteil von Kaufpreis plus Nebenkosten, 3 % bei Fertigstellung ab 2023. Das Grundstück wird nicht abgeschrieben.
Für die Lindenstraße 14 im Demo-Portfolio sind das 4.630 € im Jahr.
Ruhestand
Wann kann ich in Rente gehen?
Finanziell, sobald dein Vermögen und deine Einkünfte im Ruhestand deine Ausgaben bis ans Lebensende decken, auch in schlechten Börsenjahren.
Die gesetzliche Regelaltersgrenze liegt für alle ab Jahrgang 1964 bei 67; früher geht es mit Abschlägen oder aus eigenem Vermögen.
Wie viel Vermögen brauche ich, um aufzuhören?
Faustregel: das 25- bis 33-Fache der jährlichen Ausgaben, die Rente und Mieten nicht decken. Bei einer Lücke von 2.000 € im Monat (24.000 € im Jahr) sind das 600.000 bis 800.000 €.
Die Spanne entspricht Entnahmeraten von 4 % bis 3 %; je früher du aufhörst, desto eher gilt der vorsichtigere Wert.
Kann ich mit 500.000 € in Rente gehen?
Das hängt davon ab, was Rente und Mieten schon decken. Bei einer Entnahmerate von 3 bis 4 % ergeben 500.000 € etwa 1.250 bis 1.670 € im Monat vor Steuern, mit der Inflation steigend.
Schließt das die Lücke zwischen deinen Einkünften und deinen Ausgaben, kann es reichen; wenn nicht, später oder mit niedrigeren Ausgaben.
Was ist die 4-%-Regel, und gilt sie in Deutschland?
Sie besagt: Wer im ersten Jahr 4 % seines Vermögens entnimmt und den Betrag danach mit der Inflation erhöht, kam mit historischen US-Daten über 30 Jahre fast immer aus (Bengen 1994, Trinity-Studie 1998).
Für Deutschland ist sie nur ein Anhaltspunkt: Steuern, Krankenversicherung, längere Zeiträume bei frühem Ruhestand und andere Märkte sprechen eher für 3 bis 3,5 %.
Was ist die Rentenlücke?
Die Differenz zwischen dem, was du im Ruhestand ausgibst, und dem, was Rente und weitere Einkünfte netto bringen. Von der gesetzlichen Bruttorente gehen 2026 rund 12,35 % für Kranken- und Pflegeversicherung ab, dazu je nach Einkünften Einkommensteuer.
Beispiel: 3.000 € Ausgaben und 2.000 € Bruttorente ergeben eine Lücke von rund 1.320 € im Monat.
Was sagt eine Monte-Carlo-Simulation?
Statt mit einer festen Durchschnittsrendite rechnet sie Tausende mögliche Marktverläufe durch, mit guten und schlechten Jahren in zufälliger Reihenfolge. Das Ergebnis ist keine Prognose, sondern eine Wahrscheinlichkeit, zum Beispiel, dass dein Geld in 85 von 100 Verläufen bis 95 reicht.
Im Ruhestand zählt vor allem die Reihenfolge der Renditen: Ein Crash in den ersten Jahren wiegt viel schwerer als derselbe Crash zwanzig Jahre später.
Wie fließen Mieteinnahmen in die Ruhestandsplanung ein?
Als laufendes Einkommen, das deine Entnahmen aus dem Depot senkt. Entscheidend ist der Cashflow nach Kapitaldienst und nach Rücklagen für Instandhaltung, nicht die Kaltmiete.
Ist ein Kredit vor dem Ruhestand abbezahlt, steigt der Cashflow ab dann deutlich, weil Zins und Tilgung wegfallen.
Was kostet die Krankenversicherung im frühen Ruhestand?
Sie ist einer der größten und am häufigsten vergessenen Kostenblöcke. Vor Beginn der gesetzlichen Rente sind gesetzlich Versicherte meist freiwillig versichert und zahlen Beiträge auf alle Einnahmen, auch auf Kapitalerträge und Mieten, bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
Ob später die günstigere Krankenversicherung der Rentner (KVdR) greift, hängt von deiner Versicherungsbiografie ab. Die Details klärst du am besten mit deiner Krankenkasse.
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