Ab wann reicht es?
Trag deine Zahlen ein, alle Beträge netto und in heutigen Euro. Ein Klick auf einen Balken zeigt den Verlauf für dieses Ausstiegsalter.
Ab 64 reicht es in 89 % der Verläufe bis 95.
Ab Rentenbeginn deckt dein Vermögen noch 1.700 € im Monat; davor die vollen Ausgaben abzüglich weiterer Einkünfte.
Liquides Vermögen in heutigen Euro, Ausstieg mit 64
- Median
- Mittlere 50 %
- Mittlere 80 %
- Ohne Schwankung
2.000 simulierte Verläufe, jährliche Schritte, alles in heutigen Euro. Ohne Steuern und Krankenversicherung auf Entnahmen; keine Prognose und keine Empfehlung.
Gesetzliche und finanzielle Rente
„In Rente gehen“ kann zweierlei heißen: die gesetzliche Altersrente beziehen oder aufhören zu arbeiten, weil das eigene Vermögen trägt. Beides fällt nicht zwingend zusammen.
Die gesetzliche Regelaltersgrenze liegt für alle ab Jahrgang 1964 bei 67 Jahren, für ältere Jahrgänge zwischen 65 und 67. Mit 35 Versicherungsjahren ist die Altersrente für langjährig Versicherte ab 63 möglich, dann aber mit einem Abschlag von 0,3 % für jeden Monat vor der Regelaltersgrenze, höchstens 14,4 %, und zwar dauerhaft. Wer 45 Jahre zusammenbekommt, kann als besonders langjährig Versicherter ab 65 ohne Abschlag gehen (Jahrgang 1964 und jünger).
Die finanzielle Rente beginnt, sobald dein Vermögen die Jahre bis zur gesetzlichen Rente überbrücken kann und danach die Lücke zwischen Rente und Ausgaben schließt. Wer früher aufhört, zahlt weniger Jahre in die Rentenversicherung ein. Die spätere gesetzliche Rente fällt dann niedriger aus als in der Hochrechnung deiner Renteninformation, die gleichbleibende Beiträge bis zur Regelaltersgrenze unterstellt.
Die vier Zahlen, auf die es ankommt
- Ausgaben im Ruhestand. Nicht dein heutiges Einkommen, sondern was du dann ausgibst, in heutigen Euro. Posten, die gern vergessen werden: Krankenversicherung, Instandhaltung von Haus oder Wohnung, Ersatz für Auto und Geräte, Reisen in den ersten Jahren.
- Einkünfte im Ruhestand. Gesetzliche Rente laut Renteninformation, Betriebsrente, Rürup und bei vermieteten Immobilien der Cashflow nach Kapitaldienst, nicht die Kaltmiete.
- Liquides Vermögen. Depot, Tagesgeld, Cash: alles, was du verkaufen und entnehmen kannst. Das selbst genutzte Eigenheim zählt hier nicht mit. Es spart Miete, bringt aber kein Geld, solange du darin wohnst.
- Zeit. Die Jahre bis zum Ausstieg, in denen du sparst und das Vermögen wächst, und die Jahre danach, die es reichen muss. Wer mit 55 aufhört und bis 95 plant, braucht 40 Jahre Reichweite.
Wie viel Vermögen du brauchst: die Faustregel
Rechne deine monatliche Lücke aus: Ausgaben minus Rente minus weitere Einkünfte. Mal zwölf ergibt das die jährliche Entnahme. Das nötige Vermögen ist diese Entnahme geteilt durch die Entnahmerate, also das 25-Fache bei 4 %, rund das 29-Fache bei 3,5 % und das 33-Fache bei 3 %.
| Lücke pro Monat | pro Jahr | bei 4 % | bei 3,5 % | bei 3 % |
|---|---|---|---|---|
| 500 € | 6.000 € | 150.000 € | 171.000 € | 200.000 € |
| 1.000 € | 12.000 € | 300.000 € | 343.000 € | 400.000 € |
| 2.000 € | 24.000 € | 600.000 € | 686.000 € | 800.000 € |
| 3.000 € | 36.000 € | 900.000 € | 1.029.000 € | 1.200.000 € |
Die 4 % stammen aus US-Studien (Bengen 1994, Trinity-Studie 1998): Wer im ersten Jahr 4 % entnimmt und den Betrag jährlich um die Inflation erhöht, kam mit historischen Renditen über 30 Jahre fast immer aus. Für einen Ruhestand, der 35 oder 40 Jahre dauert, und mit Steuern auf Kursgewinne liegt die Rate, die genauso oft aufgeht, niedriger. Viele Planer rechnen in Deutschland deshalb mit 3 bis 3,5 %.
Die Faustregel hat eine Schwäche: Sie tut so, als begänne die Lücke am ersten Tag und bliebe immer gleich. Wer mit 58 aufhört, muss bis 67 die vollen Ausgaben entnehmen und danach nur noch die Lücke. Genau das rechnet der Rechner Jahr für Jahr durch.
Warum eine Durchschnittsrendite täuscht
Zwei Anleger starten mit je 500.000 €, entnehmen 20.000 € im Jahr (4 %) und erleben dieselben Renditen: 29 Jahre mit 6 % und ein Jahr mit −25 %. Der einzige Unterschied ist, wann der Einbruch kommt.
Gleiche Renditen, andere Reihenfolge
Einbruch im 20. Jahr: nach 30 Jahren rund 764.000 € übrig
Gleiche Durchschnittsrendite, fast doppelt so viel Vermögen am Ende. Ein Einbruch zu Beginn trifft ein Vermögen, aus dem gleichzeitig entnommen wird; verkaufte Anteile fehlen für die Erholung. Fachleute nennen das Sequenzrisiko. Ein Rechner mit fester Durchschnittsrendite kann es nicht abbilden, eine Monte-Carlo-Simulation schon: Sie zieht für jedes Jahr eine zufällige Rendite und wiederholt das Tausende Male.
So rechnet der Rechner
- 2.000 Verläufe pro Eingabe, jedes Jahr mit einer zufälligen Rendite. Die Zufallszahlen sind fest, gleiche Eingaben ergeben immer dasselbe Ergebnis.
- Real, in heutigen Euro: Rendite und Ausgaben sind um die Inflation bereinigt. 6 % Rendite bei 2 % Inflation entsprechen knapp 4 % realem Wachstum.
- Schwankung: Die Jahresrenditen streuen mit der angegebenen Standardabweichung. 15 % entsprechen grob einem breit gestreuten Aktien-ETF; ein Mischportfolio mit Anleihen schwankt weniger, bringt meist aber auch weniger.
- Bis zum Ausstieg wächst das Vermögen, und die Sparrate kommt jährlich dazu. Danach wird jedes Jahr entnommen, was Rente und weitere Einkünfte nicht decken, die gesetzliche Rente ab dem eingestellten Alter.
- Erfolg heißt: Das Vermögen wird bis zum Planungsalter nie leer. Die Balken zeigen diesen Anteil für jedes Ausstiegsalter, der Fächer, wie weit die Verläufe auseinanderlaufen.
Welche Wahrscheinlichkeit „genug“ ist, ist eine persönliche Frage. 85 % heißt nicht, dass es in 15 % der Fälle schiefgeht, sondern dass du in diesen Verläufen irgendwann gegensteuern müsstest, etwa mit niedrigeren Ausgaben. Je flexibler deine Ausgaben sind, desto niedriger darf die Zahl sein.
Stellschrauben, wenn es noch nicht reicht
Der Rechner zeigt, welcher Hebel wie stark wirkt. Die wichtigsten, nüchtern betrachtet:
- Später aufhören. Jedes zusätzliche Jahr wirkt dreifach: ein Jahr mehr sparen, ein Jahr weniger entnehmen und eine höhere gesetzliche Rente.
- Ausgaben senken. 300 € weniger im Monat sind 3.600 € im Jahr; bei 3,5 % Entnahmerate entspricht das rund 100.000 € weniger nötigem Vermögen.
- Übergang statt Schnitt. Teilzeit oder ein kleines Einkommen in den ersten Jahren verkürzt die Zeit, in der das Vermögen allein trägt. Wegen des Sequenzrisikos zählen gerade die ersten Jahre doppelt.
- Flexible Entnahme. Wer nach schlechten Börsenjahren vorübergehend weniger entnimmt, erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich, ohne im Schnitt viel weniger auszugeben.
- Einkünfte, die bleiben. Eine vermietete Wohnung, deren Kredit vor dem Ruhestand abbezahlt ist, liefert danach Miete ohne Kapitaldienst. Ob sich das rechnet, hängt vom Einzelfall ab; der Vergleich Eigenheim, Kapitalanlage oder ETF zeigt, welche Annahmen den Ausschlag geben.
Was der Rechner nicht weiß
Ein Rechner auf einer Webseite muss vereinfachen. Nicht berücksichtigt sind:
- Steuern auf Kursgewinne bei Entnahmen und auf Renten. Bei Aktien-ETFs wird nur der Gewinnanteil besteuert, mit Teilfreistellung effektiv mit rund 18,5 %; der Sparerpauschbetrag von 1.000 € im Jahr (Paare 2.000 €) bleibt steuerfrei.
- Krankenversicherung im frühen Ruhestand, oft einer der größten Posten. Wer vor der Rente freiwillig gesetzlich versichert ist, zahlt Beiträge auch auf Kapitalerträge und Mieten (mehr dazu in den FAQ).
- Einmalige Ereignisse wie größere Anschaffungen, Erbschaften, Pflegekosten oder ein Hausverkauf.
- Deine Immobilien im Detail: Zinsbindungen, die enden, Kredite, die auslaufen, Mieten, die steigen.
Genau dafür ist Wertavo gebaut: Es rechnet die Ruhestandsplanung mit deinem echten Vermögen, deinen Darlehen und deinen Mieten, Jahr für Jahr, und zeigt bei jeder Zahl, wie sie zustande kommt.
Quellen
- 01§ 35 SGB VI: Regelaltersrente
- 02§ 36 SGB VI: Altersrente für langjährig Versicherte
- 03§ 38 SGB VI: Altersrente für besonders langjährig Versicherte
- 04Digitale Rentenübersicht
Regeln und Zahlen mit Stand