Wann kann ich in Rente gehen?

Die gesetzliche Rente beginnt für die meisten mit 67. Wann du finanziell aufhören kannst, entscheiden vier Zahlen: dein Vermögen, deine Ausgaben, deine Einkünfte im Ruhestand und die Zeit bis dahin. Der Rechner spielt 2.000 Marktverläufe durch und zeigt, ab welchem Alter es mit welcher Wahrscheinlichkeit reicht.

Aktualisiert am · 11 Min. Lesezeit

Ab wann reicht es?

Trag deine Zahlen ein, alle Beträge netto und in heutigen Euro. Ein Klick auf einen Balken zeigt den Verlauf für dieses Ausstiegsalter.

Jahre
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Sicherheit

Ab 64 reicht es in 89 % der Verläufe bis 95.

Ab Rentenbeginn deckt dein Vermögen noch 1.700 € im Monat; davor die vollen Ausgaben abzüglich weiterer Einkünfte.

Wahrscheinlichkeit je AusstiegsalterMit 64: 89 %
41Ausstiegsalter70

Liquides Vermögen in heutigen Euro, Ausstieg mit 64

0 €2 Mio. €4 Mio. €6 Mio. €
405060708090
  • Median
  • Mittlere 50 %
  • Mittlere 80 %
  • Ohne Schwankung

2.000 simulierte Verläufe, jährliche Schritte, alles in heutigen Euro. Ohne Steuern und Krankenversicherung auf Entnahmen; keine Prognose und keine Empfehlung.

Gesetzliche und finanzielle Rente

„In Rente gehen“ kann zweierlei heißen: die gesetzliche Altersrente beziehen oder aufhören zu arbeiten, weil das eigene Vermögen trägt. Beides fällt nicht zwingend zusammen.

Die gesetzliche Regelaltersgrenze liegt für alle ab Jahrgang 1964 bei 67 Jahren, für ältere Jahrgänge zwischen 65 und 67. Mit 35 Versicherungsjahren ist die Altersrente für langjährig Versicherte ab 63 möglich, dann aber mit einem Abschlag von 0,3 % für jeden Monat vor der Regelaltersgrenze, höchstens 14,4 %, und zwar dauerhaft. Wer 45 Jahre zusammenbekommt, kann als besonders langjährig Versicherter ab 65 ohne Abschlag gehen (Jahrgang 1964 und jünger).

Die finanzielle Rente beginnt, sobald dein Vermögen die Jahre bis zur gesetzlichen Rente überbrücken kann und danach die Lücke zwischen Rente und Ausgaben schließt. Wer früher aufhört, zahlt weniger Jahre in die Rentenversicherung ein. Die spätere gesetzliche Rente fällt dann niedriger aus als in der Hochrechnung deiner Renteninformation, die gleichbleibende Beiträge bis zur Regelaltersgrenze unterstellt.

Die vier Zahlen, auf die es ankommt

  1. Ausgaben im Ruhestand. Nicht dein heutiges Einkommen, sondern was du dann ausgibst, in heutigen Euro. Posten, die gern vergessen werden: Krankenversicherung, Instandhaltung von Haus oder Wohnung, Ersatz für Auto und Geräte, Reisen in den ersten Jahren.
  2. Einkünfte im Ruhestand. Gesetzliche Rente laut Renteninformation, Betriebsrente, Rürup und bei vermieteten Immobilien der Cashflow nach Kapitaldienst, nicht die Kaltmiete.
  3. Liquides Vermögen. Depot, Tagesgeld, Cash: alles, was du verkaufen und entnehmen kannst. Das selbst genutzte Eigenheim zählt hier nicht mit. Es spart Miete, bringt aber kein Geld, solange du darin wohnst.
  4. Zeit. Die Jahre bis zum Ausstieg, in denen du sparst und das Vermögen wächst, und die Jahre danach, die es reichen muss. Wer mit 55 aufhört und bis 95 plant, braucht 40 Jahre Reichweite.

Wie viel Vermögen du brauchst: die Faustregel

Rechne deine monatliche Lücke aus: Ausgaben minus Rente minus weitere Einkünfte. Mal zwölf ergibt das die jährliche Entnahme. Das nötige Vermögen ist diese Entnahme geteilt durch die Entnahmerate, also das 25-Fache bei 4 %, rund das 29-Fache bei 3,5 % und das 33-Fache bei 3 %.

Lücke pro Monatpro Jahrbei 4 %bei 3,5 %bei 3 %
500 €6.000 €150.000 €171.000 €200.000 €
1.000 €12.000 €300.000 €343.000 €400.000 €
2.000 €24.000 €600.000 €686.000 €800.000 €
3.000 €36.000 €900.000 €1.029.000 €1.200.000 €

Die 4 % stammen aus US-Studien (Bengen 1994, Trinity-Studie 1998): Wer im ersten Jahr 4 % entnimmt und den Betrag jährlich um die Inflation erhöht, kam mit historischen Renditen über 30 Jahre fast immer aus. Für einen Ruhestand, der 35 oder 40 Jahre dauert, und mit Steuern auf Kursgewinne liegt die Rate, die genauso oft aufgeht, niedriger. Viele Planer rechnen in Deutschland deshalb mit 3 bis 3,5 %.

Die Faustregel hat eine Schwäche: Sie tut so, als begänne die Lücke am ersten Tag und bliebe immer gleich. Wer mit 58 aufhört, muss bis 67 die vollen Ausgaben entnehmen und danach nur noch die Lücke. Genau das rechnet der Rechner Jahr für Jahr durch.

Warum eine Durchschnittsrendite täuscht

Zwei Anleger starten mit je 500.000 €, entnehmen 20.000 € im Jahr (4 %) und erleben dieselben Renditen: 29 Jahre mit 6 % und ein Jahr mit −25 %. Der einzige Unterschied ist, wann der Einbruch kommt.

Gleiche Renditen, andere Reihenfolge

Einbruch im 1. Jahr: nach 30 Jahren rund 389.000 € übrig
Einbruch im 20. Jahr: nach 30 Jahren rund 764.000 € übrig

Gleiche Durchschnittsrendite, fast doppelt so viel Vermögen am Ende. Ein Einbruch zu Beginn trifft ein Vermögen, aus dem gleichzeitig entnommen wird; verkaufte Anteile fehlen für die Erholung. Fachleute nennen das Sequenzrisiko. Ein Rechner mit fester Durchschnittsrendite kann es nicht abbilden, eine Monte-Carlo-Simulation schon: Sie zieht für jedes Jahr eine zufällige Rendite und wiederholt das Tausende Male.

So rechnet der Rechner

  • 2.000 Verläufe pro Eingabe, jedes Jahr mit einer zufälligen Rendite. Die Zufallszahlen sind fest, gleiche Eingaben ergeben immer dasselbe Ergebnis.
  • Real, in heutigen Euro: Rendite und Ausgaben sind um die Inflation bereinigt. 6 % Rendite bei 2 % Inflation entsprechen knapp 4 % realem Wachstum.
  • Schwankung: Die Jahresrenditen streuen mit der angegebenen Standardabweichung. 15 % entsprechen grob einem breit gestreuten Aktien-ETF; ein Mischportfolio mit Anleihen schwankt weniger, bringt meist aber auch weniger.
  • Bis zum Ausstieg wächst das Vermögen, und die Sparrate kommt jährlich dazu. Danach wird jedes Jahr entnommen, was Rente und weitere Einkünfte nicht decken, die gesetzliche Rente ab dem eingestellten Alter.
  • Erfolg heißt: Das Vermögen wird bis zum Planungsalter nie leer. Die Balken zeigen diesen Anteil für jedes Ausstiegsalter, der Fächer, wie weit die Verläufe auseinanderlaufen.

Welche Wahrscheinlichkeit „genug“ ist, ist eine persönliche Frage. 85 % heißt nicht, dass es in 15 % der Fälle schiefgeht, sondern dass du in diesen Verläufen irgendwann gegensteuern müsstest, etwa mit niedrigeren Ausgaben. Je flexibler deine Ausgaben sind, desto niedriger darf die Zahl sein.

Stellschrauben, wenn es noch nicht reicht

Der Rechner zeigt, welcher Hebel wie stark wirkt. Die wichtigsten, nüchtern betrachtet:

  • Später aufhören. Jedes zusätzliche Jahr wirkt dreifach: ein Jahr mehr sparen, ein Jahr weniger entnehmen und eine höhere gesetzliche Rente.
  • Ausgaben senken. 300 € weniger im Monat sind 3.600 € im Jahr; bei 3,5 % Entnahmerate entspricht das rund 100.000 € weniger nötigem Vermögen.
  • Übergang statt Schnitt. Teilzeit oder ein kleines Einkommen in den ersten Jahren verkürzt die Zeit, in der das Vermögen allein trägt. Wegen des Sequenzrisikos zählen gerade die ersten Jahre doppelt.
  • Flexible Entnahme. Wer nach schlechten Börsenjahren vorübergehend weniger entnimmt, erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich, ohne im Schnitt viel weniger auszugeben.
  • Einkünfte, die bleiben. Eine vermietete Wohnung, deren Kredit vor dem Ruhestand abbezahlt ist, liefert danach Miete ohne Kapitaldienst. Ob sich das rechnet, hängt vom Einzelfall ab; der Vergleich Eigenheim, Kapitalanlage oder ETF zeigt, welche Annahmen den Ausschlag geben.

Was der Rechner nicht weiß

Ein Rechner auf einer Webseite muss vereinfachen. Nicht berücksichtigt sind:

  • Steuern auf Kursgewinne bei Entnahmen und auf Renten. Bei Aktien-ETFs wird nur der Gewinnanteil besteuert, mit Teilfreistellung effektiv mit rund 18,5 %; der Sparerpauschbetrag von 1.000 € im Jahr (Paare 2.000 €) bleibt steuerfrei.
  • Krankenversicherung im frühen Ruhestand, oft einer der größten Posten. Wer vor der Rente freiwillig gesetzlich versichert ist, zahlt Beiträge auch auf Kapitalerträge und Mieten (mehr dazu in den FAQ).
  • Einmalige Ereignisse wie größere Anschaffungen, Erbschaften, Pflegekosten oder ein Hausverkauf.
  • Deine Immobilien im Detail: Zinsbindungen, die enden, Kredite, die auslaufen, Mieten, die steigen.

Genau dafür ist Wertavo gebaut: Es rechnet die Ruhestandsplanung mit deinem echten Vermögen, deinen Darlehen und deinen Mieten, Jahr für Jahr, und zeigt bei jeder Zahl, wie sie zustande kommt.

Quellen

  1. 01§ 35 SGB VI: Regelaltersrente
  2. 02§ 36 SGB VI: Altersrente für langjährig Versicherte
  3. 03§ 38 SGB VI: Altersrente für besonders langjährig Versicherte
  4. 04Digitale Rentenübersicht

Regeln und Zahlen mit Stand

Häufige Fragen

Wann kann ich frühestens in Rente gehen?

Gesetzlich mit 63, wenn du 35 Versicherungsjahre hast, dann mit dauerhaften Abschlägen von 0,3 % für jeden Monat vor der Regelaltersgrenze. Ohne gesetzliche Rente jederzeit, sobald dein Vermögen die Jahre bis dahin trägt.

Wie viel gesetzliche Rente bekomme ich?

Das steht in deiner Renteninformation, die die Deutsche Rentenversicherung ab 27 jährlich verschickt, sobald du fünf Jahre Beiträge gezahlt hast. Ab 55 kommt alle drei Jahre eine ausführlichere Rentenauskunft.

Die Hochrechnung unterstellt weitere Beiträge bis zur Regelaltersgrenze. Vom Bruttobetrag gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung und gegebenenfalls Steuern ab.

Welche Erfolgswahrscheinlichkeit ist gut?

Es gibt keinen festen Wert; viele Planer arbeiten mit 80 bis 90 %. Wer seine Ausgaben in schlechten Jahren senken kann, kommt mit einer niedrigeren Wahrscheinlichkeit aus als jemand, der jeden Monat einen festen Betrag braucht.

Zählt mein Eigenheim mit?

Nicht als Vermögen, aus dem du entnimmst. Es senkt aber deine Ausgaben, weil keine Miete anfällt; trag deine Ausgaben also ohne Miete ein. Ein späterer Verkauf oder Umzug in etwas Kleineres ist ein Sonderfall, den der Rechner nicht abbildet.

Kann ich mit 500.000 € in Rente gehen?

Das hängt davon ab, was Rente und Mieten schon decken. Bei einer Entnahmerate von 3 bis 4 % ergeben 500.000 € etwa 1.250 bis 1.670 € im Monat vor Steuern, mit der Inflation steigend.

Schließt das die Lücke zwischen deinen Einkünften und deinen Ausgaben, kann es reichen; wenn nicht, später oder mit niedrigeren Ausgaben.

Mit deinen echten Zahlen.

Wertavo rechnet die Ruhestandsplanung mit deinem ganzen Vermögen: Depots, Immobilien mit ihren Krediten, Mieten, die steigen, Zinsbindungen, die enden. Trag dich in die Warteliste ein, wir melden uns, sobald Platz ist.

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Dieser Ratgeber erklärt Zusammenhänge und rechnet Beispiele vor. Er ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung; alle Beispielwerte sind fiktiv, Annahmen sind im Text genannt.